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:schal: Bis zum Wiederaufstieg in die 1.Bundesliga!! :schal:

Tropper

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Mittwoch, 24. September 2008, 11:56

Hertha BSC History

Geschichte

BFC Hertha 1892: Die Anfänge


Hertha BSC wurde am 25. Juli 1892 als BFC Hertha 1892 gegründet. Erst im Jahr 1923 entstand nach der Fusion mit dem Berliner Sport-Club (BSC) der bis heute vollständige Vereinsname. Zwar trennten sich wenige Jahre später beide Vereine wieder. Das Kürzel BSC durfte die Hertha aber weiterhin im Namen tragen.

Die Gründung des Vereins leiteten Ende des 19. Jahrhunderts zwei 16- und 17-jährige Geschwisterpaare – Fritz und Max Lindner sowie Willi und Otto Lorenz – ein, denen es einerseits nicht mehr ausreichte, immer nur gegen die eigenen Kameraden zu spielen, die sich aber andererseits auch keinem der bereits ansässigen Vereinen anschließen wollten. Der Grundstein für die Gründung soll bei einer kleinen Feier in einem Berliner Lokal gelegt worden sein, in dem sich einer der Jugendlichen an eine Schifffahrt mit seinem Vater erinnerte. Der Dampfer trug den Namen
Hertha und dessen Schornstein zierten die Reedereifarben: weiß mit blauen Streifen. Vereinsname und -farben leiten sich hiervon ab. Der 1886 erbaute Dampfer Hertha fährt noch heute unter diesem Namen bei Wusterhausen/Dosse auf der Kyritzer Seenplatte.

Die ersten Spiele trug die Mannschaft bis zum Umzug zur Plumpe auf dem Exerzierplatz des Alexander-Regiments an der Schönhauser Allee im Berliner Ortsteil PrenzlauerBerg aus. Die Spieler zogen sich in dieser Zeit in einer nahegelegenen Gaststätte in der Oderberger Straße um.

Die legendäre Plumpe

Im Jahr 1905 folgte dann der Umzug auf den Schebera-Platz (Berlin-Gesundbrunnen). Der Gastwirt Schebera hatte diesen 1900 in Berlin-Gesundbrunnen an der nahe gelegenen Bellermannstraße/Behmstraße ursprünglich für den BFC Rapide 1893 angelegt. Doch da Rapide nicht genügend finanzielle Mittel besaß, schloss Hertha mit Schebera einen Nutzungsvertrag. Auf dem Schebera-Platz erwarb sich Hertha bald ihren treuen Zuschauerstamm, und die Pacht wurde aus den erhöhten Mitgliedsbeiträgen, die im Monat 50 Pfennig betrugen, bezahlt. Hier gewann Hertha 92 im Jahr 1906 die erste Berliner Meisterschaft. In der folgenden Endrunde um die deutsche Meisterschaft scheiterte Hertha dann allerdings im Halbfinale am späteren deutschen Meister VfB Leipzig.

1910 gewann die Mannschaft gegen Southend United England, ein legendärer Sieg, weil Hertha BSC als erste Fußballmannschaft des Kontinents eine englische Profimannschaft bezwungen hatte. So wurde die „Plumpe“ der Fußballort Nummer eins für ganz Berlin.

Nach immer wiederkehrenden Streitigkeiten mit Gastwirt Schebera schloss man sich 1923 mit dem Berliner Sport-Club zusammen. Dieser besaß auf der gegenüberliegenden Straßenseite der Behmstraße eine frühere Eisbahn, die als Athletikplatz genutzt wurde. Der BSC brachte das Sportplatzgelände in die Ehe ein, der BFC Hertha 1892 eine aufstrebende Fußballmannschaft.
Kurz darauf begann auf dem Gelände der Bau eines neuen Sportplatzes, der am 9. Februar 1924 mit einem Ligaspiel gegen den Vfb Pankow eingeweiht wurde – die legendäre Plumpe. Der Berliner Polizeipräsident genehmigte 1924 gar den Bau einer teilweise überdachten und später 110 m langen Zuschauertribüne. 1926 parallel zur Behmstraße. Stehtribünen, die im Berliner Volksmund nur „Zauberberg“ und „Uhrenberg“ genannt wurden. Im Jahr 1931 fasste das Stadion 35.239 Zuschauerplätze, davon 2642 Sitzplätze. 1936 fanden in diesem Stadion sogar einige Spiele des olympischen Fußballturniers statt.

Auch wenn das Stadion während des Zweiten Weltkriegs vollkommen zerstört wurde, blieb es bis 1963 weiterhin die Heimat der Berliner Hertha. Bereits im Juni 1946 begann erneut der Spielbetrieb an der Plumpe. Die beliebte Sportstätte wurde nach Kriegsende wieder aufgebaut und bot dem Klub noch bis zur Geburtsstunde der Fußball-Bundesliga eine Heimat. Hierfür erfüllte sie allerdings nicht mehr die notwendigen Voraussetzungen. Der DFB schrieb für Bundesliga-Spiele nämlich Stadien mit einem Fassungsvermögen von mindestens 35.000 Plätzen vor. Nach dem Wiederaufbau aber passten nicht mehr annähernd so viele Zuschauer in die Plumpe, und die Hertha musste infolgedessen zähneknirschend ins Berliner Olympiastadion umziehen.
1974 wurde die Plumpe abgerissen; aufgrund des Bundesliga-Skandals wurde diese zur Entschuldung der Hertha an eine Berliner Wohnungsbaugesellschaft verkauft, die auf dem Gelände Wohnhäuser errichtete. An der Bellermannstraße 64–70 erinnert heute wenigstens noch eine Skulptur an die legendäre Plumpe.

Auf dem Areal des einstigen Schebera-Platzes befindet sich auch heute noch ein Fußballplatz. Leider sind dort noch immer eine Bauruine und das alte, halb verfallene Hertha-Domizil Behm-/Ecke Jülicher Straße zu besichtigen. Der Bezirk Mitte sucht auch aktuell händeringend Investoren für diese Immobilie.

Ende der 1920er-Jahre: Vier traurige Jahre

Auch wenn Hertha 92 sich innerhalb Berlins zu einer großen Mannschaft entwickelte, blieb ihnen der ganz große Erfolg - die deutsche Meisterschaft - lange verwehrt. 1919 war ein Jahr, das den Klub auf dem Weg dorthin auch noch weit zurück warf. Da einige Spieler illegale Gelder kassiert haben sollen, wurde Hertha 92 vom Spielbetrieb ausgeschlossen. 1923 schlossen sich die Herthaner dann dem bekannten Athletiksportverein Berliner SC an und spielten ab diesem Zeitpunkt als Fußballabteilung des Berliner SC unter der heute bekannten Bezeichnung "Hertha BSC". Bereits 1929 trennten sich die Fußballer von Hertha BSC wieder vom Berliner SC. Nachdem eine Abfindung von 75.000 Reichsmark gezahlt worden war, konnte Hertha den Sportplatz und das durch vier Finalteilnahmen in Folgeminzwischen bekannt gewordene „BSC“ behalten.

Auf Landesebene waren dies allerdings eher vier glücklose Jahre, denn Hertha BSC verlor nacheinander vier Endspiele um die deutsche Meisterschaft :

1926 − 1:4 gegen die SpVgg Fürth (in Frankfurt am Main)
1927 − 0:2 gegen den 1. FC Nürnberg
1928 − 2:5 gegen den Hamburger SV (in Altona)
1929 − 2:3 gegen die SpVgg Fürth
Deutscher Meister 1930 und 1931

Nach vier gescheiterten Versuchen sollte der 22. Juni 1930 der Hertha endlich die erste deutsche Meisterschaft bescheren. Danach sah es vor den 40.000 Zuschauern im Düsseldorfer Rheinstadion zunächst freilich nicht aus, als Finalgegner Holstein Kiel bereits nach acht Minuten mit 2:0 führte. Doch in einem packenden Spiel erzielten sie bis zur Pause den 3:3-Ausgleich und drei Minuten vor dem Ende gar den 5:4-Siegtreffer.

In einer Zeit, in der Düsseldorf noch weit weg war und der Großteil der Berliner nicht die Möglichkeit besaß, den Spielverlauf an einem Rundfunkgerät zu verfolgen, sprach sich der Erfolg zuerst nur sehr langsam herum. Erst am darauffolgenden Tag stürmten sie endlich die Straßen und schwenkten die blau-weißen Fahnen. Beim triumphalen Empfang der Spieler kam der Verkehr um den Berliner Bahnhof Friedrichstraße vollkommen zum Erliegen. Alle Berliner realisierten nun: Der deutsche Meistertitel ging erstmals an die Plumpe!

Auf den nächsten Meistertitel sollten die Fans nicht lange warten müssen. Nicht weniger dramatisch verlief das Endspiel ein Jahr später – am 14. Juni 1931 im Müngersdorfer Stadion zu Köln. Vor 50.000 Zuschauern lagen die Berliner gegen 1860 München bis zur 75. Minute 1:2 zurück, ehe Hertha-Legende Hanne Sobek (1900–1989), der seine Mannschaft bereits im Vorjahr ins Spiel zurück brachte, die Begegnung drehte. Mit seinen Treffern zum 1:1- und 2:2-Ausgleich hatte er maßgeblichen Anteil an der zweiten deutschen Meisterschaft, die Kirsei eine Minute vor Schluss mit dem Tor zum 3:2 perfekt machte.

22. Juni 1930 – Finale um die Deutsche Meisterschaft 1930
  • Hertha BSC – Holstein Kiel 5:4 (3:3)
  • Hertha BSC: Gehlhaar, Völker, Wilhelm, Leuschner, Müller, Radecke, Ruch, Sobek, Lehmann, Kirsei, Hahn
  • Holstein Kiel: Kramer, Lagerquist, Zimmermann, Baasch, Ohm, Lübke, Voß, Ritter, Ludwig, Widmayer, Esser
  • Tore: 0:1 Widmayer (4.), 0:2 Ritter (8.), 1:2 Sobek (22.),
    2:2 Sobek (26.), 2:3 Ludwig (29.), 3:3 Lehmann (36.), 4:3 Lehmann
    (68.), 4:4 Ritter (82.), 5:4 Ruch (87.)
  • Schiedsrichter: Guyenz (Essen)
  • Zuschauer: 40.000 im Rheinstadion, Düsseldorf

14. Juni 1931 – Finale um die Deutsche Meisterschaft 1931
  • Hertha BSC – TSV 1860 München 3:2 (1:2)
  • Hertha BSC: Gehlhaar, Völker, Wilhelm, Appel, Müller, Stahr, Ruch, Sobek, Lehmann, Kirsei, Hahn
  • 1860 München: Riemke, Schäfer, Wendl, Stock, Pledl, Eiberle, Stiglbauer, Lachner, Huber, Oeldenberger, Thalmeier
  • Tore: 0:1 Oeldenberger (24.), 1:1 Sobek (44.), 1:2 Lachner (45.), 2:2 Sobek (75.), 3:2 Kirsei (89.)
  • Schiedsrichter: Fissenewerth (Mönchengladbach)
  • Zuschauer: 50.000 im Müngersdorfer Stadion, Köln

Die Jahre 1930 und 1931 waren die bislang erfolgreichsten in Herthas Vereinsgeschichte. Nie wieder hat man danach ein Finalspiel um die deutsche Meisterschaft erreichen können.

Hertha BSC im Dritten Reich

Nach der Machtergreifung durch die NSDAP wurde Hans Pfeiffer neuer Präsident, der Verein gleichgeschaltet. Welchem Gedankengut Pfeiffer anhing, kann man der Vereinschronik von Hertha BSC entnehmen, die folgende Sätze enthält, die Herr Pfeiffer seinerzeit in der Vereinszeitung zum Besten gab:

Zitat


„Das unfruchtbare parlamentarische System im Klubleben
hat endgültig aufgehört zu existieren … Die früheren Vereinssitzungen
finden nicht mehr statt. Sie dienten dem Fortschritt nur selten…“

– Zitat dem Buch "HA HO HE Hertha BSC" entnommen, erschienen 1971 im Copress-Verlag, München.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs glich das Stadion an der "Plumpe" einem Trümmerfeld. Nach Ende des Krieges – Oberliga Berlin Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden von den Alliierten alle deutschen Vereine, also auch Hertha BSC, aufgelöst. An einen geordneten Spielbetrieb war zunächst nicht zu denken. Viele Vereine hatten Spieler verloren und so manche Spielstätte – wie auch die Berliner Plumpe – lag in Trümmern. Dennoch wurde bereits 1946 in einigen Regionen Deutschlands der Spielbetrieb wieder aufgenommen.

In den vier regionalen Berliner Bezirken wurden sogenannte „Stadtbezirksmannschaften“ gebildet. Hertha BSC gab es unter dem angestammten Namen nicht mehr, die Spieler traten nun unter der Bezeichnung „SG Gesundbrunnen“ an, benannt nach dem Berliner Ortsteil Gesundbrunnen im Abschnitt Nord. Ab dem 1. August 1949 durfte die „SG Gesundbrunnen“ dann endlich wieder offiziell den in Berlin beliebten traditionellen Namen „Hertha BSC“ tragen, wobei sich aus der Sportgemeinschaft der SV Norden-Nordwest abspaltete. Später wurden in Berlin und im Süden Deutschlands die Oberligen (nicht zu verwechseln mit der heutigen Amateur-Oberliga) gegründet, die nun in den einzelnen Regionen die höchste deutsche Spielklasse des Fußballs darstellten. Ein Jahr später wurden sie auch in allen anderen Teilen des Landes eingeführt.

Hertha BSC gehörte ab der Saison 1949/1950 zu den Teilnehmern der Oberliga Berlin. Eine große Rolle spielte man dort unter den ganzen Berliner Vereinen erst einmal nicht. Man war dabei – nicht mehr, aber auch nicht weniger! Nach einem zwischenzeitlichen Abstieg folgte 1957 die erste Oberliga-Meisterschaft. In den Spielen um die deutsche Meisterschaft konnte man sich auf Bundesebene allerdings nicht durchsetzen.

Ab Anfang der 1960er-Jahre kristallisierten sich aus der Oberliga drei dominierende Berliner Mannschaften heraus: Tennis Borussia Berlin, Tasmania 1900 Berlin und
Hertha BSC Berlin. Drei Jahre vor Einführung der Fußball-Bundesliga kämpften sie in der heutigen Bundeshauptstadt um die Vorherrschaft und insbesondere auch um die Aufnahme in diese noch zu gründende höchste deutsche Spielklasse. Die letzte ausgespielte Berliner Oberliga-Meisterschaft sicherte sich Hertha BSC.

Bundesliga: Das schwarze Jahr

Am 24. August 1963 begann für den deutschen Fußball ein neues Zeitalter. Um 17 Uhr wurden in acht deutschen Stadien die ersten Fußball-Bundesliga-Spiele angepfiffen – unter anderem auch im Berliner Olympiastadion. Der Wegzug von der legendären Plumpe ist der Hertha nicht leicht gefallen. Aber ein zum Auftakt mit 60.000 Zuschauern gefülltes Stadion gegen den alten Rivalen aus den glorreichen Zeiten um 1930 – dem 1. FC Nürnberg – musste dann doch versöhnlich stimmen. Unter den beteiligten Akteuren auf Berliner Seite: Otto Rehhagel. Am Ende erreichte Hertha BSC bei der Premiere durch einen verwandelten Handelfmeter ein 1:1.

Die erste Bundesliga-Saison beendeten die Berliner auf dem drittletzten Platz – einen Punkt vor dem Absteiger Preußen Münster, dem man am letzten Spieltag noch unterlag. Auch im Folgejahr konnte sich die Hertha mit dem gleichen Rang vor dem sportlichen Abstieg retten, aber aufgrund schwerer Verstöße gegen die Statuten wurden die Berliner vom DFB in die Regionalliga zurückgestuft. Hertha BSC hatte zuvor einige Spieler mit
Handgeldern an die Spree gelockt, was damals strikt verboten war. Bitter für die Berliner: Gerade ihr Zwangsabstieg löste Diskussionen und letztendlich ein Umdenken beim DFB bezüglich solcher Prämien aus.

Zum zweiten Mal nach der Saison 1918/1919 wurde Hertha BSC Berlin somit aufgrund solcher Unregelmäßigkeiten aus dem Spielbetrieb ausgeschlossen und in der Entwicklung weit zurück geworfen. Es war das
schwarze Jahr des Berliner Klubs. Die nächsten drei Spielzeiten bestritten die Herthaner in der Stadtliga Berlin (Regionalliga), in der sie auf keine gleichwertigen Gegner trafen. Die erste Saison wurde mit 58:2, die zweite mit 57:3 und die letzte Saison mit 55:5 Punkten abgeschlossen.

1970er-Jahre: Die erfolgreichsten Jahre

Drei Jahre nach dem Zwangsabstieg kehrte Hertha BSC wieder in Deutschlands Elite-Klasse zurück und konnte sich ab 1970 dort auch etablieren. Am 18. April gelang gegen Borussia Dortmund - immerhin mit Platz 5 direkter Tabellennachbar – ein glatter 9:1-Sieg, der auch aktuell noch immer höchste Erfolg eines Hertha-Teams in der Bundesliga-Geschichte. Die Saison – wie auch die Saison 1970/1971 – endete mit einem guten dritten Platz, und im UEFA-Pokal scheiterte man erst im Viertelfinale an Inter Mailand. 1975 konnte man diesen Erfolg mit dem Erringen der deutschen Vize-Meisterschaft sogar noch steigern. 1978 wurde man nochmals Dritter.

Im Rahmen des Bundesligaskandals 1971 kam es auch zu Verhandlungen gegen sowie Strafen für einige Spieler und Funktionäre von Hertha BSC. Zur Verhandlung stand die 0:1-Heimniederlage gegen Arminia Bielefeld. Die Bielefelder boten den Hertha-Spielern für einen Sieg 250.000 DM. Die Spieler nahmen einen von den Arminen bereitgestellten Koffer mit dem Geld, was natürlich zur Verurteilung führen musste.

Gegen Ende der 1970er-Jahre stürzte Hertha BSC in der Bundesliga mehr und mehr ins Mittelmaß, machte dafür aber in den nationalen und internationalen Pokalwettbewerben auf sich aufmerksam. Am 30. Mai 1977 wurde das Wiederholungs-Endspiel im DFB-Pokal 1977 gegen den 1. FC Köln mit 0:1 verloren, nachdem zwei Tage zuvor kein Sieger ermittelt werden konnte (1:1 n.V.). Zwei Jahre später unterlag man dann auch im Finale um den DFB-Pokal 1979 gegen Fortuna Düsseldorf in der Verlängerung mit 0:1. Nie wieder hat Hertha BSC seitdem im Endspiel dieses Wettbewerbs gestanden. Im Gegensatz zu ihrer eigenen Amateur-Mannschaft (liebevoll „Hertha-Bubis“ genannt), die im Finale um den DFB-Pokal 1993 der favorisierten Elf von Bayer Leverkusen nach großem Kampf nur knapp mit 0:1 unterlag. Im UEFA-Pokal erreichte Hertha BSC im Jahr 1979 das Halbfinale, wo man erst gegen Roter Stern Belgrad mit 0:1 und 2:1 aufgrund der Auswärtstorregelung den Kürzeren zog. Es sollte für lange 20 Jahre der letzte internationale Auftritt der Berliner gewesen sein. Auch in der Fußball-Bundesliga begann nun der sportliche Niedergang, der im Mai 1980 seinen tragischen Höhepunkt erreichte. Punktgleich mit Bayer 05 Uerdingen beendeten die Berliner die Saison, mussten aber aufgrund zweier fehlender Tore (41:61 gegenüber Uerdingen mit 43:61) den bitteren Gang in die 2. Liga antreten. 1980er-Jahre: Zweifacher Abstieg Von nun an stürzte Hertha BSC immer tiefer. Nach zwei Jahren in der 2.Liga und dem zwischenzeitlichen Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga schlossen die Berliner die Saison 1982/1983 mit dem letzten Tabellenplatz ab und wurden wieder zweitklassig. Nach drei folgenden Spielzeiten in der 2. Bundesliga war am 8. Mai 1986 nach einem 0:2 bei Alemannia Aachen dann sogar der Abstieg in die Amateur-Oberliga besiegelt. Hertha BSC war von nun an nur noch eine drittklassige Amateur-Mannschaft, die ihre Heimspiele fortan, bis auf wenige Ausnahmen, im altehrwürdigen, aber stark sanierungsbedürftigen Poststadion austrug. Im Schnitt besuchten 2000 Zuschauer die Spiele von Hertha BSC, das Spitzenspiel gegen Türkiyemspor Berlin 1987/1988 lockte gar 12.000 Zuschauer ins Stadion.

In der Saison 1986/87 wurde Hertha BSC zwar souverän Meister der Oberliga Berlin, scheiterte letztendlich aber in den Aufstiegsspielen zur 2. Bundesliga. Ein Jahr später, am 19. Juni 1988, feierte Hertha BSC den Aufstieg in die 2. Bundesliga. 1990er-Jahre: Rückkehr in die Bundesliga Zwei weitere Jahre nach dem Aufstieg in die zweite Liga gelang 1990 gar der Sprung in die höchste deutsche Spielklasse. Der Euphorie folgte aber bald die Ernüchterung, und auch der „Feuerwehrmann“ Peter Neururer konnte den erneuten Abstieg in die 2. Liga nicht verhindern. In den folgenden Jahren, von 1991 bis 1997, spielte Hertha BSC als „graue Maus“ in der 2. Bundesliga bei einem Zuschauerschnitt von anfangs 3000 Unentwegten, die für eine trostlose Geisterkulisse sorgten, im für damalige Verhältnisse viel zu großen Berliner Olympiastadion.

Dagegen sorgte die Amateurmannschaft des Vereins für Furore. Den „Hertha-Bubis “ gelang 1992/1993 eine der größten Überraschungen in der Geschichte des DFB-Pokals. Nachdem die Berliner im Laufe des Wettbewerbes klar favorisierte Mannschaften wie Hannover 96, den 1. FC Nürnberg und den Chemnitzer FC ausgeschaltet hatten, erreichten sie das Endspiel im heimischen Berliner Olympiastadion. Gegen Bayer Leverkusen unterlagen die Amateure nach einem Treffer von Ulf Kirsten nur knapp mit 0:1. Die heute bekannten Spieler der damaligen zweiten Mannschaft waren Carsten Ramelow und Christian Fiedler.

Anfang 1996 wurde die Mannschaft von Jürgen Röber übernommen und von diesem nur knapp vor dem Abstieg in die Drittklassigkeit bewahrt. Auf Betreiben des Sponsors UFA und der Initialzündung von Bernd Schiphorst, dem späterem Präsidenten(2000 - 2008 ), wurde ein Wirtschaftsrat etabliert, dem neben Schiphorst unter anderem Peter Boenisch, Klaus Herlitz, Rupert Scholz auch der ehemalige Hertha-Präsident Heinz Warneke angehörte. Der Wirtschaftsrat sorgte fortan für stetige Kontinuität und Seriosität. In der Saison 1996/97 stieg die "alte Dame" Hertha BSC unter Trainer Jürgen Röber als Tabbellendritter in die Bundesliga auf. In den Jahren von 1993 bis 1997 konnte Hertha BSC auch einen stetigen Anstieg der Zuschauerzahlen verbuchen. Waren noch 1993 zu jedem Heimspiel im Schnitt nur 3000 Zuschauer erschienen, konnte die Zuschauerresonanz in den kommenden Jahren kontinuierlich gesteigert werden.

Den denkwürdigen Höhepunkt stellte am 7. April 1997 das Heimspiel gegen den aus der 1.Bundesliga abgestiegenen 1. FC Kaiserslautern (2:0) dar, bei dem mit 75.000 Zuschauern der bis jetzt gültige Zuschauerrekord für die eingleisige 2. Fußball-Bundesliga aufgestellt wurde. Beide Teams sollten nach dieser Spielzeit wieder erstklassig sein.

2000er-Jahre: Etablierung in der Bundesliga

Nachdem sich die Einnahmen aus den Heimspielen und den hohen Umsätzen aus den Verkäufen von Fanartikeln (Merchandising) sowie den Finanzhilfen der UFA (jetzt sportfive) kontinuierlich steigerten, wurden im Jahre 2002 wesentliche Teile des Vereins auf eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) ausgegliedert, um einerseits die Haftung des Vereins zu minimieren und anderereseits steuerliche Vorteile ausnutzen zu können. Trotz einiger Erfolge in der Bundesliga sowie im UEFA-Pokal und sogar einer Champions-League-Teilnahme 1999/2000 (mit Siegen gegen Chelsea London und den AC Mailand) wurde Jürgen Röber nach 6 Jahren bei Hertha BSC am 6. Februar 2002 nach der 0:1 Niederlage bei Energie Cottbus entlassen. Als dessen Nachfolger agierte Falko Götz dann 13 Spiele lang recht erfolgreich und führte Hertha erneut in den UEFA-Pokal. Am Ende wurde Hertha Vierter, punktgleich vor Schalke 04. Huub Stevens trat zum 1. Juli 2002 den Posten als neuer Trainer bei Hertha BSC an.

Die Mannschaft agierte meist erfolg- und glücklos, so dass Stevens zum 4. Dezember 2003 beurlaubt wurde. Für Hans Meyer, nur vom 3. Januar bis zum 30. Juni 2004 als Trainer bei Hertha BSC tätig, galt es nun, den drohenden Abstieg zu vermeiden. Mit Saisonplatz 12 gelang das dem Coach auch eindrucksvoll, der für dieses Rettungsunternehmen eigens sein „Rentnerdasein“ kurzzeitig unterbrach. Vor der nun folgenden Saison 2004/05 wurde von der Vereinsführung durch die Vorgabe eher bescheidener Saisonziele (einstelliger Tabellenplatz) geschickt der Erwartungsdruck vom neuen, alten Trainer Falko Götz und seinen Spielern genommen, sodass dieses Spieljahr, trotz des Ausscheidens im DFB-Pokal gegen den Regionalligisten Eintracht Braunschweig (2:3), mit Rang 4 und einer daraus erfolgenden Startberechtigung für den nächsten UEFA-Cup-Wettbewerb wesentlich erfolgreicher als das vorangegangene abgeschlossen werden konnte. Mit einem Sieg im letzten Heimspiel gegen Hannover 96 (0:0) hätte sogar noch Platz 3 und damit die Qualifikation für die Champions League erreicht werden können.

Auch während der Saison 2005/2006 trug Falko Götz die Verantwortung für die Bundesliga-Mannschaft der „Spree-Athener“. Herthas Ziel, erneut in den UEFA-Cup einzuziehen, musste laut Manager Dieter Hoeneß schon aus finanziellen Gründen erreicht werden.

Das immer wieder genannte Ziel, in allen drei Wettbewerben (Bundesliga, DFB- und UEFA-Pokal) so lange wie möglich dabei zu bleiben, wurde durch das überraschende Ausscheiden im DFB-Pokal-Achtelfinale beim Regionalligisten FC St. Pauli (3:4 n.V.) verfehlt. Auch im UEFA-Pokal scheiterte Hertha BSC an einem vermeintlich leichten Gegner. In der 3. Runde schied die Mannschaft von Trainer Falko Götz gegen Rapid Bukarest mit einem 0:1 im Berliner Olympiastadion und 0:2 im ausverkauften Bukarester Valentin-Stănescu-Stadion sang- und klanglos aus.

In der Bundesliga mussten die Berliner darüber hinaus eine Krise mit neun sieglosen Spielen in Folge überwinden. Nach dem blamablen 2:4 am 4. März 2006 im Heimspiel gegen den Tabellenletzten 1. FC Köln, der zuvor selbst schon 18 Spiele sieglos war, standen Falko Götz und Manager Dieter Hoeneß zur Diskussion. Die Vereinsgremien sprachen beiden trotz der sportlichen Misere demonstrativ das Vertrauen aus - und behielten Recht: Ein 3:0-Sieg bei Werder Bremen war der Start einer Serie von sieben Spielen ohne Niederlage; doch aufgrund eines nun folgenden 1:5-Heimdebakels gegen Bayer Leverkusen am 32. Spieltag verspielten die Berliner die direkte Qualifikation für den UEFA-Cup. Hertha BSC stand am Ende der Saison 2005/2006 auf dem 6. Platz; durch die damit verbundene Teilnahme am UI-Cup erhielt man sich aber die Möglichkeit, auch in der nächsten Saison im UEFA-Cup-Wettbewerb starten zu können.
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Donnerstag, 25. September 2008, 06:59

Die Trainer von 1963 -2008

Alle Trainer seit 1963


Lucien Favre
1. Juli 2007
./.

Karsten Heine
10. April 2007
30. Juni 2007

Falko Götz
1. Juli 2004
10. April 2007

Hans Meyer
20. Dezember 2003
30. Juni 2004

Andreas Thom
4. Dezember 2003
17. Dezember 2003

Huub Stevens
1. Juli 2002
4. Dezember 2003

Falko Götz
7. Februar 2002
30. Juni 2002

Jürgen Röber
1. Januar 1996
6. Februar 2002

Karsten Heine
24. März 1994
18. Dezember 1995

Uwe Reinders
21. Oktober 1993
23. März 1994

Günter Sebert
21. August 1992
20. Oktober 1993

Bernd Stange
1. Juli 1991
18. August 1992

Karsten Heine
28. Mai 1991
30. Juni 1991

Peter Neururer
13. März 1991
28. Mai 1991

Pál Csernai
13. November 1990
12. März 1991

Werner Fuchs
9. Oktober 1988
12. November 1990

Jürgen Sundermann
19. April 1986
8. Oktober 1988

Rudi Gutendorf
1. Januar 1986
18. April 1986

Hans „Gustav“ Eder
11. November 1985
31. Dezember 1985

Uwe Kliemann
1. Juli 1984
10. November 1985

Martin Luppen
11. Dezember 1983
30. Juni 1984

Georg Gawliczek
11. Dezember 1981
10. Dezember 1983

Uwe Klimaschefski
1. Juli 1980
10. Dezember 1981

Helmut Kronsbein
27. Dezember 1979
30. Juni 1980

Hans „Gustav“ Eder
28. Oktober1979
26. Dezember 1979

Kuno Klötzer
1. Juli 1977
27. Oktober 1979

Georg Keßler
17. Juli 1974
30. Juni 1977

Hans „Gustav“ Eder
10. Juli 1974
16. Juli 1974

Dettmar Cramer
1. Juli 1974
9. Juli 1974

Hans „Gustav“ Eder
14. März 1974
30. Juni 1974

Helmut Kronsbein
1. August 1966
13. März 1974

Gerhard Schulte
9. März 1965
30. Juni 1966

Josef Schneider
1. Juli 1963
8. März 1965
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Donnerstag, 25. September 2008, 07:13

Bekannte ehemalige Spieler

Bekannte ehemalige Spieler
  • Alex Alves
  • Bram Appel
  • Mario Basler
  • Yıldıray Baştürk
  • Erich Beer, „Ete“
  • Stefan Beinlich, „Paule“
  • Fredi Bobic
  • Holger Brück
  • Franz Brungs
  • Ali Daei
  • Sebastian Deisler
  • Hans Eder, „Justav“
  • Helmut Faeder
  • Wolfgang Fahrian
  • Malik Fathi
  • Karl-Heinz Ferschl
  • Gernot Fraydl
  • László Gergely
  • Wolfgang Gayer, „Mozart“
  • Falko Götz
  • Gerhard Grau
  • Karl-Heinz Granitza
  • Theo Gries
  • Lothar Groß, „Wanze“
  • Volkmar Groß
  • Thomas Helmer
  • Erwin Hermandung
  • Lorenz Horr
  • Walter Junghans
  • Gábor Király
  • Axel Kruse
  • Wolfgang Kleff
  • Uwe Kliemann, „Funkturm“
  • Andreas Köpke
  • Niko Kovač
  • İlhan Mansız
  • Marcelinho
  • Ludwig „Luggi“ Müller
  • Andreas Neuendorf, „Zecke“
  • Norbert Nigbur
  • Bernd Patzke
  • Michael Preetz, „Micha“, „Langer“
  • Carsten Ramelow
  • Otto Rehhagel
  • Marko Rehmer
  • Giuseppe Reina, „Billy“
  • Kjetil Rekdal
  • Thomas Remark
  • Jürgen Rumor
  • Wolfgang Sidka
  • Johannes Sobek, „Hanne“
  • Arno Steffenhagen
  • Jürgen Sundermann
  • Hans-Jürgen Sperlich
  • Eyjólfur Sverrisson, „Jolly“
  • Michael Sziedat
  • Alphonse Tchami
  • Andreas Thom
  • Zoltán Varga
  • Hans Weiner, „Hanne“
  • Uwe Witt
  • Tasso Wild
  • Horst Wolter
  • Dariusz Wosz, „Zaubermaus“
  • Thomas Zander
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Donnerstag, 25. September 2008, 07:21

Erfolge der Hertha

Erfolge

  • Deutscher Meister (2): 1930, 1931
  • Deutscher Vize-Meister (5): 1926, 1927, 1928, 1929, 1975
  • Deutscher Pokalfinalist (3): 1977, 1979, 1993 (2. Mannschaft)
  • Deutscher Ligapokalsieger (2): 2001, 2002
  • Berliner Meister (23):
    • als BFC Hertha 1892 (4): 1906 (im VBB), 1915, 1917 und 1918
    • als Hertha BSC (19): 1925−1931, 1933, 1935, 1937, 1944, 1957, 1961, 1963, 1966–1968, 1987 und 1988

  • Berliner Pokalsieger (12):
    • als BFC Hertha 1892 (1): 1920
    • als Hertha BSC (8 ): 1924, 1928, 1929, 1958, 1959, 1966, 1967 und 1987
    • als Hertha BSC II (3): 1976, 1992 und 2004

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Donnerstag, 25. September 2008, 08:32

Fanfreundschaften

Fanfreundschaft


Hertha-Fans im Waldstadion

Es besteht bereits seit längerer Zeit eine intensive Fanfreundschaft zwischen den Hertha-Anhängern und den Fans des Karlsruher SC. Diese fand ihren Ursprung in den 70er Jahren, als Hertha am ersten Spieltag in der Saison 1976/1977 nach Karlsruhe reisen musste. Am Hauptbahnhof Karlsruhe wurde man freundlich von den Karlsruhern empfangen, woraufhin beide Fangruppen gemeinsam zum Wildparkstadion pilgerten. Trotz der anschließenden Niederlage des KSC (Hertha BSC gewann 3:1) feierten die Karlsruher Fans gemeinsam mit den Anhängern der Hertha am Hauptbahnhof, welche zum Abschied der angereisten Berliner den Schlachtruf von Hertha, „HA HO HE“, riefen.

Nach Herthas Wiederaufstieg 1997 und dem „Schicksalsspiel“ von Jürgen Röber am 12. Spieltag gegen den KSC, welches die Berliner wiederum mit 3:1 gewannen, wurde die Fanfreundschaft reaktiviert. Seit dieser Zeit besuchen Anhänger beider Vereine die Spiele des jeweils anderen. Am 3. Mai 2008 gab es das letzte „Freundschaftsduell“ im Olympiastadion, das 3:1 endete.

Des Weiteren gibt es auch Freundschaften mit der Fanszene von Racing Strasbourg, die aus der Fanfreundschaft mit dem Karlsruher SC entstanden ist. In den 1970er- und 1980er-Jahren gab es in den Zeiten der Teilung Deutschlands darüber hinaus eine große Verbundenheit mit dem Anhang des 1. FC Union Berlin; diese Freundschaft wurde jedoch nach der Wende durch die zunehmende sportliche Rivalität der beiden Berliner Vereine abgeschwächt und besteht heute nur noch vereinzelt.
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Freitag, 31. Juli 2009, 17:11

Die Hertha: Auferstanden aus Ruinen

Am Samstag vor 60 Jahren unterzeichnete Louise Schröder die Urkunde zur Wiederzulassung von Hertha BSC.

Am Ende des Krieges schließt sich auch im Berliner Bezirk Wedding ein Kreis. Er wird wieder rot. Das von der sowjetischen Militärverwaltung eingesetzte erste Bezirksamt, das von Juni 1945 bis zu den Kommunalwahlen im Dezember 1946 amtiert, ist stramm linientreu und von der KPD dominiert. Für deren Funktionäre ist Hertha BSC ein braunes Tuch. Also wird alles unternommen, um diesem Verein endgültig und dauerhaft das Lebenslicht auszupusten. Dazu wird nach der Enteignung der Grundstücke des Stadions und Trainingsgeländes auch der Name Hertha BSC verboten.

Doch die Berliner sind ein findiges Völkchen. Sie wissen, um ein Ziel zu erreichen, muss man manchmal Umwege gehen. Bei den Herthanern jener Jahre war das nicht anders. Sie wollten zunächst vor allem eines: wieder Fußball spielen. Schon Ende Mai 1945 war damit begonnen worden, die Krater im Stadion an der Plumpe zuzuschaufeln und anschließend die entstandenen zahlreichen kleinen Hügel festzuklopfen. Die Arbeit wurde von Spielern und Vereinsmitgliedern gemeinsam erledigt und – da es harte körperliche Arbeit war – mit zusätzlichen Lebensmittelkarten vom Magistrat des Bezirks honoriert. Als man auf Seiten der sowjetischen Besatzungsmacht allerdings dahinter kam, dass die Maulwurfsarbeit auf der großen Rasenfläche von Mitgliedern des verbotenen Klubs durchgeführt wurde, mussten die Arbeiten unverzüglich eingestellt werden.

Da die Alliierten in allen vier Sektoren eine sportliche Ertüchtigung ein Jahr nach dem Ende der Kampfhandlungen allmählich aber doch wieder für durchaus sinnvoll zu halten begannen, besonders bei den nun immer zahlreicher aus der Gefangenschaft heimkehrenden jungen Männern, wurden 1946 in Berlin immerhin Sportgruppen auf bezirklicher Ebene zugelassen. Eine ganze Reihe ehemaliger Herthaner fanden sich in der „Kommunalsportgruppe Gesundbrunnen“ zusammen, die bald darauf in „Sportgemeinschaft Gesundbrunnen“ umbenannt wurde.

Die Spieler unternahmen bald schon weite Reisen ins Umland von Berlin und verbanden das Fußballspielen in den ländlichen Regionen geschickt mit dem Organisieren von Nahrungsmitteln. Da sie von Anfang an einen guten Ruf genossen und sich unter der Hand als die „heimliche Hertha“ zu verkaufen wussten, bekamen sie in jener entbehrungsreichen Nachkriegszeit bei ihren Reisen zu Freundschaftsspielen in Thüringen und Sachsen immer wieder kostbare Naturalien wie Butter, Eier, Mehl, Brot, Kartoffeln, Speck und anderes mehr zugesteckt. Auf Plakaten war nie von der SG Gesundbrunnen die Rede, sondern stets werbewirksamer trotz aller Verbote von Hertha BSC oder – vorsichtiger und bombastischer zugleich – schlichtweg von „2 x Deutscher Meister!“.

Aus dieser Zeit der Nahrungsmittelrequirierung datieren auch die Kontakte in Richtung Dresden, die den zusammen mit einer ganzen Reihe seiner Mannschaftskameraden aus der DDR flüchtenden Spiele Helmut Schön im Jahr 1950 zu Hertha führen sollten, eben jenen Helmut Schön, der später als Bundestrainer 1974 zusammen mit Spielern wie Franz Beckenbauer, Sepp Maier und Gerd Müller den zweiten Weltmeistertitel nach Deutschland holte.

Doch langsam wurden die Risse in der Front der Siegermächte immer sichtbarer. Die wiederbegründete Hertha war ein Kind des Kalten Krieges. Am 24. Juni 1948, unmittelbar nach dem Beginn der sowjetischen Blockade, rief Bürgermeister Ernst Reuter die Berliner zu einer seiner großen Protestversammlungen zusammen. Alle sollten sich versammeln im Stadion am Gesundbrunnen, an der „Plumpe“. Kaum glaubliche 80 000 drängten sich auf den steilen Tribünen und dem ganzen Platz, etliche andere warteten noch außerhalb des unmittelbaren Stadionbereichs. Bei dieser Gelegenheit hielt Reuter die erste seiner später berühmten Reden und rief in Richtung Osten: „Lasst Euch von niemandem und durch nichts beirren. Geht Euren Weg unangefochten geradeaus. Nur wenn wir entschlossen sind, jedes Risiko auf uns zu nehmen, können wir ein Leben gewinnen, das allein lebenswert ist, ein anständiges, sauberes Leben, mag es auch arm sein, so ist es doch ein Leben in Freiheit.“

Auch für Hertha BSC markiert der 24. Juni 1948 die eigentliche Stunde des Neubeginns. Dass die Veranstaltung offiziell „auf dem Herthasportplatz“ angekündigt worden war, zeigte schon, dass der Verein wieder salonfähig zu werden begann und die Verbotszeit sich dem Ende näherte, auch wenn es noch ein rundes Jahr dauern sollte, bis alle bürokratischen Hürden genommen waren.

Nachdem der bürokratische Apparat in West-Berlin aufgebaut und funktionstüchtig geworden war, unterzeichnete mit Wirkung zum 1. August – passenderweise – eine Frau die Wiederzulassungsurkunde für den Verein Hertha BSC: Louise Schröder, die in jenen Tagen für den Sport zuständige Bürgermeisterin unter Oberbürgermeister Reuter (von einem Regierenden Bürgermeister war damals noch keine Rede). Im Anschluss der Neuzulassung sprachen sich die Vereinsmitglieder in einer Abstimmung im Kasino des SV Norden-Nordwest (NNW) mit 113:7 Stimmen für den Namen Hertha BSC aus und verwarfen den Vorschlag Hertha/NNW. Am 5. September 1949 beantragte der neue Vereinsvorsitzende unter einem nur unwesentlich veränderten Briefkopf, bei dem allerdings sämtliche nach 1933 errungenen Titel weggefallen waren, beim Registergericht in Berlin-Charlottenburg die Eintragung ins Vereinsregister.

Der Autor ist Publizist und Honorarprofessor für Zeitgeschichte/Neue Geschichte an der Freien Universität Berlin. Der Text stammt aus dem Buch „Hertha unter dem Hakenkreuz“ (Verlag Die Werkstatt, Göttingen, 19,90 Euro).

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